Lago Titicaca

Brillen, Fernsehen und Arbeit...

7 Tage arbeiten, 23 Stunden Bus fahren, 4 Stunden Boot fahren und drei verschiedene Orte. So sah meine letzte Woche aus.

Ich hatte noch mal die Chance, an einer Kampagne des Brillenprojektes teilzunehmen. Das Highlight war, dass wir von einem Kameramann und einem Redakteur des Stern Tvs begleitet wurden. Außerdem haben wir den Erfinder des Brillenprojektes, Martin Aufmuth, kennengelernt. 

Los gings am Freitagabend mit der Flota nach La Paz! Wegen dem Einsturz einer Brücke bei Cochabamba mussten wir eine andere Route nehmen wodurch aus den 16h,... 20h Busfahrt wurden. Diese "andere" Route war leider auch nicht ganz so gut asphaltiert, wodurch das Schlafen auch nur bedingt möglich war.

In La Paz angekommen hieß es dann, Gepäck umladen in einen Minivan und erst mal 2h arbeiten. Wir kamen sozusagen aus der Flota raus und fielen in die Arbeit rein :D. Dabei wurden wir dann auch schon gefilmt. In der Kleidung vom vorherigen Tag, mit nur 3 Stunden Schlaf und ohne die Dusche gesehen zu haben...na super! :D 

 

Vielleicht kurz zur "Filmgeschichte":

Ein Redakteur und ein Kameramann des Stern Tvs haben uns für fünf Tage begleitet, um die Arbeit des Brillenprojekts zu dokumentieren. Dabei habe wir Freiwilligen erlebt, wie so ein kleiner Dokumentarfilm entsteht. Von wiederholten Tonaufnahmen über Bildaufnahmen mit einer Drohne. Außerdem wurden wir von Martin Aufmuth begleitet, der uns viel über die Entstehung des OneDollarGlasses-Projekt erzählte und eine große Rolle in dem Film spielt. Zusätzlich kam noch Max Steiner mit, der das Projekt hier in Bolivien leitet. Also eine Menge wichtiger Leute, die alle "sehr viel interessantes Zeugs" erzählten :D.

Der "Film" soll ca. 10-15 Minuten lang werden und soll vor allem zeigen, wie das Brillenprojekt hier in Bolivien funktioniert. Für alle neugierigen:....wahrscheinlich läuft er Ende November, Anfang Dezember.

 

Nach einem Vormittag voll Arbeit ging es am gleichen Tag noch weiter nach Copacabana. ein kleiner Touristenort auf der bolivianischen Seite des Titicaca Sees. Der Titicaca See ist übrigens der höchst gelegene See der Welt und einer der Touri-Stopps in Bolivien und Peru. Und der Grund, warum ihr mich hier alle besuchen solltet. :)

 

Also als wir in Copacabana ankamen, stand die Sonne so schön tief, dass wir erst mal unzählige Bilder von dem Balkon meines Hotelzimmer machen mussten (Diese folgen noch ;). Am Abend waren wir alle zusammen essen und haben schon über den nächsten Tag gesprochen. 

Am nächsten morgen habe ich dann noch schnell Fotos vom See in der aufgehenden Sonne gemacht und dann ging es ab auf die Insel!

 

Isla del Sol:

Eine kleine Insel in diesem riesigen See, die einst vom Inca-König bewohnt wurde. Man kann noch die Terrassen der Inca Bevölkerung erkennen, wenn man die drei-stündige Bootfahrt auf sich nimmt, um die Insel vom Festland zu erreichen. Die Insel ist wirklich atemberaubend, doch ein Jahr dort zu leben ist noch mal eine ganz andere Herausforderung, wie es einige Freiwillige tun. Für die drei Tage, die wir dort gearbeitet haben, war es jedoch sehr schön und angenehm. Der Kontrast zu dem sonst so alltäglichen Großstadtleben in Santa Cruz war extrem. Die Freiwilligen auf der "Isla" müssen lernen, mit viel weniger auszukommen und auch mit Wassermangel, kalten Nächten und der Inselbevölkerung klarzukommen. Die Insel ist wunderschön und ich freue mich schon, wenn ich im Januar wieder vorbeikomme. 

 

Unsere Arbeit:

Auch auf der Insel haben wir die Schüler und Erwachsene untersucht und geholfen, wo wir konnten. Grade hier auf der Isla haben die Leute kaum eine Chance einen Augenarzt zu sehen. Es war sehr erfüllend die Dankbarkeit der Leute zu erfahren. So gab es zum Beispiel einen Herren, der Dank seiner Brille sein Fischernetz wieder flicken konnte. Viele Frauen waren froh, dass sie die Bibel wieder lesen konnten und die Schüler konnten wieder die Tafel erkennen.

Natürlich gab es aber auch einige Schwierigkeiten....Zum Beispiel gab es viele ältere Menschen, die nur Aymara sprechen konnten und die Verständigung war dementsprechend komplizierter. Aber auch das funktionierte, nachdem wir einen Herr gefunden hatten, der uns Aymara übersetzten konnte. 

 

Im Großen und Ganzen hat die Arbeit auf der Insel sehr viel Spaß gemacht, aber auf das warme Bett in La Paz freute ich mich nach den drei Tagen trotzdem! :)

 

Die restlichen Fotos lade ich in einem weiteren Eintrag hoch, da ich im Moment nicht mehr Fotos hochladen kann.

Ich wünsch Euch allen schon mal eine schöne Adventszeit! Liebe Grüße!

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Kommentare: 4
  • #1

    Beate (Mittwoch, 23 November 2016 21:27)

    Liebe Anna, das hört sich ja alles spannend an und die Fotos sind einfach nur schön. Denke dir geht es recht gut - und das ist sehr sehr schön! Im Emmaus hat der vorweihnachtsirrsinn angefangen, heute war Adventsbasar und jetzt folgt ein event dem anderen.... Frau Steyer war heute auch da und hat erzählt wie sehr sie sich immer über deine Einträge freut. Lass es dir gut gehen und fühle dich gedrückt, tausend liebe Grüße Beate

  • #2

    Anna (Donnerstag, 24 November 2016 22:32)

    Hallo Beate,
    ja mir geht es sehr gut, wobei die Weihnachtszeit hier bei 35 Grad und Sonne irgendwie nicht das selbe ist...trotzdem hören wir schon Weihnachtslieder und planen unser Weihnachtsfest! Ich hoffe, dass es nicht zu stressig bei dir wird und grüß den Großen von mir sowie Frau Steyer!
    Alles Liebe und einen ganz großen Drücker!
    Deine Anna

  • #3

    Margit Bernstein (Sonntag, 04 Dezember 2016 17:55)

    Danke, liebe Anna, dass Du bei allem Stress und aller Arbeit noch so ausführliche Berichte mit Deinen vielfältigen Erfahrungen verfasst. Ich freue mich sehr, dass Du uns teilhaben lässt. Die Schönheit der Fotos beeindrucken mich und lassen manche trübe Novembertage in Deutschland vergessen!
    Noemi und Marc sind immer noch auf Warteposition, aber morgen findet wieder ein Termin im Sachsenhäuser Krankenhaus statt. Ein wahrer Grund zum Daumen drücken!
    Alles Liebe für Dich zur Adventszeit in einer anderen Welt von Margit

  • #4

    Anna (Dienstag, 20 Dezember 2016 19:37)

    Hallo Margit,
    Danke für dein Kommentar, ich freue mich riesig von dir zu hören! Ich wünsche Euch auch eine schönes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch! Meine nächster Eintrag kommt auch bald, nur habe ich die letzten Tage bei einer Kampagne in Sucre mitgeholfen und war jeden Tag beschäftigt.
    Alles Liebe auch an Marc, Noemi und Benjamin
    Anna