La Paz

10 Tage La Paz...

Wie vielleicht einige von euch wissen, habe ich die letzten zehn Tage in der höchst gelegenen Großstadt der Welt verbracht...La Paz! 

In meinem Reiseführer steht über La Paz, it's "a maze of contradictions, where cobblestones hit concrete, and Gothic spires battle with glass hotels, La Paz amazes and appalls all who enter." (lonely planet, Bolivia, p.34)

Genau so habe auch ich La Paz wahrgenommen. Zum einen ist man umgeben von einer unglaublichen Natur und dem entgegen stehen die eng bebauten Straßen von La Paz.  

Wieso ich eigentlich in La Paz war?

Also am Abend bevor ich mit dem Bus 18h nach La Paz gefahren bin, hatte ich noch gar keine Ahnung, dass ich die nächsten 10 Tage gar nicht in Santa Cruz sein werde. Wir waren auf dem Weg in die Stadt als ich die SMS bekam, dass ich irgendwann am nächsten Tag nach La Paz fahren werde, um dort mit anderen Freiwilligen an dem Brillenprojekt teilzunehmen. Das hieß, 5 Stunden Schlaf, früh aufstehen und unter Zeitdruck alle meine warmen Klamotten einpacken (ca. fünf :)...Meine Mitfreiwilligen noch um einen dicken Schlafsack, einen Pulli und eine Mütze bitten und dann ging es nachmittags los! 18 Stunden in der Flota nach La Paz!

 

Das Brillenprojekt oder auch "One-Doller-glasses" genannt, baut auf der Idee auf, dass man an Schulen oder auch auf der Straße die Leute untersucht und ihnen innerhalb von wenigen Minuten eine Brille verschreiben kann. Unsere Arbeit bestand darin, dass wir an die unterschiedlichen Schulen in El Alto gefahren sind und dort mit den Schülern Sehtests durchgeführt haben, um herauszufinden, ob sie eine Brille brauchen, und wenn ja wie stark. Die Brillen sind für die Schüler kostenlos und für Erwachsene kosten sie 80 Bolivianos ( ca. 11 €). 

Unser Tagesablauf sah so aus:

Um 7 Uhr gab es Frühstück im Hostel und danach ging es so schnell wie möglich los, damit wir das nächste Taxi hoch nach El Alto bekamen. El Alto war ursprünglich ein Stadtteil von La Paz, jetzt gilt El Alto als eigene Stadt mit 840.000 Einwohner unmittelbar neben La Paz. Da es zunächst als Vorort von La Paz galt, gibt es viele Einkommensschwache Einwohner. Was auch daran liegt, dass der Wohnraum weit aus günstiger ist als in La Paz. Dementsprechend ist auch das Stadtbild geprägt, die meisten Gebäude bestehen aus unverputzten Ziegeln. 

Vormittags haben wir immer so ca. 3 Stunden (das waren mal mehr, mal weniger...) in einer Schule gearbeitet. Danach gab es dann immer Mittagessen, das bestand meistens aus Suppe und Hauptgang...wobei ich das des öfteren auch mal nicht vertragen habe :D Danach ging es dann um 2 Uhr weiter in die nächste Schule. Dort haben wir dann bis 5 Uhr gearbeitet und danach hieß es dann 1 bis 2 Stunden wieder nach La Paz runter fahren. So hörte sich der Idealtag in unserem Projekt an, jedoch gab es an manchen Tagen auch mal Abweichungen...An zwei Tagen haben wir nur vormittags gearbeitet, weil man keine zweite Schule organisiert hatte, an der man nachmittags arbeiten konnte. Dann haben wir manchmal auch erst ein Stunde warten müssen auf unseren Weitertransport zur nächsten Schule.

An diese Art von Organisation mussten Johannes und Ich uns erst mal gewöhnen, aber auch die bolivianischen Mitarbeiter haben gesagt, dass ältere Kampagnen oft besser organisiert waren...

 

Ein Highlight war, als unser üblicher Jeep nicht zur Verfügung stand..., die Lösung bestand aus einem Pickups und seiner Ladefläche. Dann über die Straßen von El Alto zu fahren, war echt aufregend, denn da begegnet man ruhig mal dem ein oder anderem Hubbel oder auch Loch, sowie Straßenblockaden...

Die Arbeit fand ich persönlich sehr anstrengend und auch sehr herausfordernd, aber am Ende des Tages waren wir stolz auf uns, wie viel wir gearbeitet hatten. Zum einen bestand die Herausforderung darin, den Kindern zu zeigen, wie der Sehtest funktioniert und das sie ehrlich sagen müssen, ob sie besser mit Brille oder ohne sehen können. Es gab zum Beispiel Schüler, die behaupteten, sie sehen schlecht und nach 20 Minuten, in denen ich alle möglichen Gläser ausprobiert hatte, stellte sich dann heraus, dass der Schüler perfekt sehen konnte. Ein Gegenbeispiel bildeten zum Beispiel die Leute und Schüler, die sich sehr über die Brillen freuten und sich bei jedem einzelnen von uns bedankten. Das gab einem dann schon das Gefühl, dass man dort helfen konnte. 

Hier sind noch ein paar Bilder von unserer Arbeit:

Neben der Arbeit hatten wir auch ein bisschen Zeit uns La Paz anzugucken...

Das war's auch schon wieder von mir! Seid gestern bin ich wieder in Santa Cruz und muss mich erst mal an die 35 Grad in der Sonne gewöhnen! Demnächst schreibe ich auch noch mal etwas über meine Arbeit hier in Santa Cruz...Liebe Grüße und alles Liebe aus Bolivien! 

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