Santa Cruz

grossstadtleben in santa cruz...

Seit mehr als fuenf Wochen lebe ich jetzt schon in Bolivien und es gibt eine Menge, was ich euch gerne erzaehlen wuerde. Da es jedoch sehr heiss ist (ca. 36 Grad im Schatten) und ich in einem nicht klimatisierten Internetcafe sitze, schaue ich einfach mal wie weit ich komme...:)

Mittlerweile bin ich meinem Wohnort (oder eher "Wohnmetropole"), Santa Cruz, agekommen. Diese bildet einen starken Kontrast zu dem ruhigen, kleinen Sucre. Santa Cruz bedeutet Grossstadtleben mit allem was dazu gehoert...sehr, sehr viel Verkehr, ein unheimliches Gewusel an Buslinien und viele, viele Menschen aus ganz unterschiedlichen Schichten und Laendern. Dafuer bietet es natuerlich auch unheimlich viele Moeglichkeiten!

Zunaechst vielleicht kurz etwas zu dem Verkehr,..mein Papa wuerde sich hier vielleicht wohl fuehlen ;) aber man muss schon echt aufpassen! Nicht nur werden Ampeln mal oefters uebersehen, aber auch Rechts-vor-Links oder auch Verkehrsschilder werden gekonnt ignoriert. Ich habe das Gefuehl das einzige System besteht darin, dass man hupt bevor man mit Karacho durch eine Kreuzung durchfaehrt (Das ist jetzt nicht ganz der Fahrstil meines Vaters muss ich zugeben, hab dich lieb :*). Trotz dieses Wirr-warrs auf den Strassen scheint es irgendwie zu klappen.

Zum Microfahren kann man nur sagen, dass es unglaublich praktisch ist. Micros nennt man die kleineren Buesse, die unterschiedliche Routen abfahren und die man mit einer kurzen Handbewegung auf sich Aufmerksam macht. Eine Fahrt kostet 1 Boliviano und wenn man nicht gerade in die Rushhour kommt, ist eine Micro das schnellste und guenstigste Fortbewebungsmittel.

Es gibt nur einen kleinen Hacken bei der Sache...man muss aufpassen, dass man die richtige Richtung erwischt, sonst sitzt man auch mal eine Stunde in der Micro, bis man bemerkt, dass man die Gegend ja gar nicht wiedererkennt. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass man dadurch wenigstens noch andere Seiten von Santa Cruz kennenlernt. ;)

 

Jene Micros nehmen wir auch immer, wenn wir zu unseren unterschiedlichen Arbeitsstellen fahren. Ich habe bis jetzt erst drei Tage in meiner Arbeitsstelle gearbeitet, da ich letzte Woche noch mit einer anderen Sache beschaeftigt war, aber darrauf komm ich gleich noch zu sprechen. Zu meiner Arbeit kann ich deswegen aber noch nicht so viel sagen...mir gefaellt es sehr gut! Meine Chefin, Gabi, hat mich sehr herzlich empfangen und die Kinder haben mich umarmt und wollren direkt mit mir spielen. Der Plan ist es, dass ich Englisch und Deutschunterricht gebe. Dieser hat aber noch nicht angefangen und wann genau er das tut, werden wir noch sehen. 

Die andere Sache, mit der ich letzte Woche beschaeftigt war, nennt sich "Lentes al instante". Es ist ein Projekt von meiner Organisation HIB hier in Bolivien, das grade der bolivianischen Bevoelkerung, die weit weg vom naechsten Optiker wohnt, die Chance geben auf eine Brille. Damit wir vielleicht bei einer Campagne dieses Projektes mitmachen koennen, haben Lou, Johannes, Rider und Ich drei Tage lang eine Art "Fortbildung" gemacht. Das war unteranderem sehr interessant, aber auch sehr fordernd. So sassen wir den ersten Tag wirklich von 9 bis 5 in einem Raum und ein Professor hat uns erklaert, wie Licht, das Auge und letztendlich die Linse zusammenhaengt. Das alles natuerlich auf Spanisch. 

Am letzten Tag hatten wir sogar eine Minni-Campagne, wo wir ca. 15 Leute auf der Strasse untersucht haben und allen eine Brille geschenkt haben. Denn das Projekt ist so konzipiert, dass der Patient untersucht wird und innerhalb von 20 Minuten seine Brille erhaelt.

So das wars fuer heute von mir! Ich hoffe, euch allen geht es gut, ich habe was mitbekommen von Konzerten und Umzuegen..:) Falls Ihr fragen habt, koennt Ihr immer gerne schreiben, dann versuch ich euch schnellstmoeglich zu antworten und auch so freue ich mich immer, wenn Ihr euch meldet. Ich muss jetzt einkaufen gehen,...das WG-Leben ruft! :)

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